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Konzernverantwortungsinitiative

03.11.2020

Pro Natura Aargau empfiehlt ein JA zur Konzernverantwortungsinitiative, über die wir am 29. November 2020 abstimmen.

Der umfassende globale Bericht zur Biodiversität, der anfangs Mai 2019 vom Weltbiodiversitätsrat vorgelegt wurde, zeigt Erschreckendes: Noch nie seit Menschengedenken sind so viele Tiere und Pflanzen ausgestorben wie in unserer Zeit. Etwa eine Million der ca. acht Millionen Pflanzen- und Tierarten, die es gemäss Expertenschätzungen gibt, sind aktuell vom Aussterben bedroht.

Eine Ursache für diesen riesigen und verheerenden Verlust der Artenvielfalt sind Pestizide. Solche Pestizide sind für den Agrochemie-Multi aus Basel ein hochlukratives Geschäft. 15 der 32 Pestizide, die auf der Bestsellerliste des Konzerns stehen, stehen auch auf der Liste der «hochgefährlichen Pestizide» des Pesticide Action Network (PAN). 2017 hat der Konzern gemäss Schätzungen von Public Eye einen Umsatz von ca. 3,9 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von hochgefährlichen Pestiziden erzielt. Das Unternehmen profitiert von schwachen Regulierungen in Ländern wie Brasilien, Argentinien oder Indien, um dort weiterhin ihre giftigen Bestseller zu verkaufen, von denen viele in der Schweiz und/oder in der Europäischen Union nicht mehr zugelassen sind. Mit solchen Geschäften machen sich Schweizer Konzerne mitschuldig am globalen Artensterben.

Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau erklärt dazu: “Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und ignorieren minimale Umweltstandards. Wenn unsere Schweizer Konzerne auf Kinderarbeit setzen, in Kolumbien Flüsse vergiften oder in Sambia Menschen mit ätzenden Schwefeldioxid-Wolken schädigen, sollen sie dafür geradestehen. Deshalb unterstützt Pro Natura Aargau die Konzernverantwortungsinitiative.”

Die Konzernverantwortungsinitiative verlangt eine Selbstverständlichkeit. Sie verpflichtet alle Konzerne, die verbindlichen Umweltstandards und Menschenrechte bei ihren Geschäften zu achten. Konzerne sollen deshalb in Zukunft für Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen einstehen, die sie oder ihre Tochterfirmen verursachen.

Die Schweiz mit ihrer humanitären Tradition soll sich für die Einhaltung der internationalen Umweltstandards und Menschenrechten einsetzen – als Vorbild für andere, und damit sich schwächere Länder auf das Verantwortungsbewusstsein der Schweiz verlassen können.