Hochwasser in der Aue Sins Reussegg

Auen bieten Hochwasserschutz

19.07.2021

Panta rhei Reussegg - die neu erstellte Aue ist seit Tagen überflutet. Im Gegensatz zu siedlungsnahen Gebieten richtet die überflutende Reuss hier keinen Schaden an.

Der langanhaltende Regen liess die Gewässerpegel steigen. Täglich las man von Flüssen und Bächen, die über die Ufer treten, neue Rekordpegelstände erreichten und Keller überfluteten. Doch wie sieht die Situation in den Auen des Aargaus aus?

Sins Reussegg

Besonders eindrücklich zeigt sich derzeit die Situation bei der Reuss in Sins, wo Pro Natura und der Kanton Aargau auf rund 20 Hektaren Land das Auen-Renaturierungsprojekt Reussegg umsetzen. Aufgrund der starken Regenfälle in den letzten Tagen und Wochen steht das Auengebiet unter Wasser. Beim nahe gelegenen Messstandort Mühlau/Hünenberg wurde zuletzt mehrmals die Gefahrenstufe 3 erreicht – dies bedeutet eine «erhebliche Gefahr» und entspricht der dritthöchsten Stufe auf der Skala. Die Reuss transportierte am Dienstag, 13. Juli, 688 m3/s Wasser. Als Zahl an sich ist dieser Wert wenig aussagekräftig, doch setzt man ihn in Relation zum langjährigen Mittel von 130 m3/s, erkennt man das Ausmass des aktuellen Hochwassers. Die am Dienstag gemessene Spitze des Abflusses entspricht einem Hochwasser, das ungefähr alle 30 Jahre auftritt. Mehr Wasser führte die Reuss seit Messbeginn im Jahr 1906 nur in drei anderen Jahren: 1999 (711 m3/s), 2005 (839 m3/s) und 2007 (740 m3/s).

Wasserschloss

Auch im Wasserschloss, wo Reuss und Limmat in die Aare fliessen, steht das Wasser aktuell hoch. Die Naturschutzgebiete Limmatspitz und Stroppelinsel sind überflutet. Im Gegensatz zu früher, wo hier intensive Landwirtschaftsflächen bestanden, enstehen durch das Wasser und das mitgebrachte Material auch hier keine Schäden. Vielmehr werden durch die Dynamik des Wasser sogar neue Lebensräume geschaffen. Zwar müssen tausende Insekten und Schnecken, welche keine Zuflucht auf Bäumen fanden ihr Leben lassen, doch bietet der Schlick nach der Flut unzähligen Larven neuen Lebensraum. Die Watvögel wirds freuen!

Über die aktuelle Situation am Limmatspitz und die wichtige Funktion der Auen berichtete auch das Regionaljorunal AG/SO von Radio SRF.

Pro Natura Aargau
062 822 99 03
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