Laubfrosch im Wasser cr Pro Natur Aargau

Laubfrosch im Aufwind

04.05.2021

Um 1990 stand der Laubfrosch im Kanton Aargau kurz vor dem Aussterben. Dank dem «Projekt Laubfrosch» ist dieser stark gefährdete Frosch heute wieder im Aufwind. Die neusten Zählungen vermeldeten an rund 80 Stellen rufende Männchen.

Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) ist drei bis fünf Zentimeter gross und meist knallig grün gefärbt. Dank der Haftballen an Finger- und Zehenspitzen ist er ein hervorragender Kletterer, sodass er gar Bäume erklimmen kann.

Zur Laichzeit im Frühsommer versammeln sich die Männchen zu nächtlichen Rufchören an den Laichgewässern. Je grösser und lauter diese Chöre, desto mehr Weibchen werden angelockt. Die Lautstärke grosser Chöre ist eindrücklich, denn bereits ein einziger Laubfrosch kann es auf eine Lautstärke von 90 Dezibel bringen. Das ist etwa so laut, wie ein vorbeifahrender Lastwagen.

Laubfrösche leben bevorzugt in naturnahen, strukturreichen Gebieten mit einem Netz von Laichgewässern. In natürlichen Flussauen fühlen sie sich besonders wohl, da dort bei jedem Hochwasser wieder neue Tümpel entstehen. Den Sommer verbringen die Laubfrösche an Land, so etwa in Hochstaudenfluren, Hecken und artenreichen Waldrändern. Leider sind die Landwirtschaftsgebiete jedoch immer eintöniger geworden. Das Verschwinden der Lebensräume und der Gewässer führte schweizweit zu einem starken Rückgang des Laubfrosches.

Erfolgreiches Projekt

Kletternder Laubfrosch cr Christoph Flory Pro Natura Aargau/Christoph Flory
Laubfrösche sind hervorragende Kletterer

Um 1990 standen die Laubfroschbestände im Aargau kurz vor dem Aussterben. Mit grossem Engagement hat Pro Natura Aargau, mit Projektleiter Christoph Flory, in Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau an 15 Standorten neue Gewässer für den Laubfrosch erstellt und diese unter Schutz gestellt. Eine Besonderheit ist der Einsatz von Wasserbüffeln, die durch das Suhlen und Weiden die Gewässer vor dem Zuwachsen bewahren.

Dank dem neuerstellten Netzwerk an Weihern konnte der Laubfrosch das Reusstal wieder grossflächig zurückerobern. So stieg die Anzahl der Rufchöre in der Reussebene seit den 2000-er Jahren stetig an. Heute rufen wieder an rund 80 Standorten Laubfroschchöre und das Projekt gilt als eines der erfolgreichsten Amphibien-Förderprojekte der Schweiz.

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Entwicklung der Rufchöre im Reusstal

Diagramm Rufchöre 2020 cr Kanton Aargau Kanton Aargau
Entwicklung der Rufchöre im Reusstal 1978 bis 2020