12.01.2026

Pro Natura Aargau: Richtplan sichert Natur, Wasser – und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen

Pro Natura Aargau hat ihre Stellungnahme zur laufenden Revision des kantonalen Richtplans (GÜP 2) eingereicht. Die Naturschutzorganisation begrüsst, dass der Kanton zentrale Vorgaben des Bundes zu Landschaft, Gewässern und Siedlungsentwicklung aktualisiert – und fordert Nachschärfungen zugunsten von Trinkwasser, Hochwasserschutz, Biodiversität und Boden.

«Der Richtplan ist das zentrale Instrument, um die Lebensgrundlagen auch für kommende Generationen zu sichern. Sauberes Trinkwasser, fruchtbare Böden, Schutz vor Hochwasser und vernetzte Lebensräume sind die Voraussetzung dafür, dass Menschen im Aargau gesund, frei und sicher leben können – heute und in Zukunft», sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer Pro Natura Aargau und Grossrat: «Ein verlässlicher Richtplan schafft die Sicherheit, die wir dafür benötigen.»

Der Richtplan legt fest, wie sich der Kanton räumlich entwickelt – wie wir wohnen, uns bewegen, wirtschaften und unsere Landschaft nutzen, heute und in Zukunft.

Trinkwasser sichern und Naturschutzgebiete stärken

Pro Natura Aargau verlangt, dass der Schutz des Grundwassers konsequent verstärkt wird und Eingriffe in Grundwassergebiete nur in klar begründeten Ausnahmefällen möglich sind. Zudem fordert die Organisation ein verbindliches Hochwasserschutz- und Revitalisierungskonzept für das Reusstal sowie eine stärkere ökologische Sicherung des Hallwilersees.

Besorgt ist Pro Natura Aargau über Bestrebungen, kantonale Naturschutzgebiete zu verkleinern oder abzuschwächen. Diese Gebiete bilden das ökologische Rückgrat des Kantons und bieten spezialisierten Arten oft die letzten geeigneten Lebensräume. Gleichzeitig filtern sie Wasser, kühlen die Landschaft, stabilisieren Böden und bieten Raum für Erholung. «Von starken Schutzgebieten profitieren Bevölkerung, Landwirtschaft und Standortqualität gleichermassen», so Betsche.

In zahlreichen Fällen sollen bestehende Naturschutzgebiete trotz ausgewiesenem ökologischem Potenzial oder Nähe zu nationalen Schutzobjekten verkleinert werden. Dies steht im Widerspruch zu den eigenen kantonalen Fachgrundlagen, die ein deutliches Defizit an Kern- und Vernetzungsgebieten ausweisen. Rückzonungen aufgrund eines heute mangelhaften Zustands sind fachlich nicht haltbar – sie zeigen vielmehr, wo Schutz und Pflege verstärkt werden müssen.

Der Kanton Aargau weist gemäss eigener Fachanalyse ein deutliches Defizit an wertvollen Naturflächen auf. Für eine funktionierende ökologische Infrastruktur braucht es rund 3 % zusätzliche Kerngebiete und 3 % zusätzliche Vernetzungsgebiete, damit Wasser, Böden, Biodiversität und der Schutz vor Klimafolgen langfristig gesichert sind. Rückschritte bei bestehenden Schutzgebieten widersprechen dem ausgewiesenen Handlungsbedarf des Kantons. Der Kanton ist gefordert, die ökologische Infrastruktur konsequent zu sichern und weiterzuentwickeln.

Mehr Planungssicherheit für Gemeinden und Landwirtschaft

Pro Natura Aargau betont, dass klare Leitplanken Konflikte vermeiden und langfristig Kosten sparen. Wer heute Schutzräume streicht, riskiert morgen Schäden durch Hochwasser, sinkende Wasserqualität und neue Nutzungskonflikte.

Pro Natura Aargau ruft dazu auf, den Richtplan als gemeinsames Zukunftsinstrument zu verstehen – zum Schutz von Mensch, Natur und wirtschaftlichen Grundlagen im Kanton Aargau.