Erfolgreiche Weihersanierung in Böztal Jamyra Gehler, creaNatira
Gewässer

Ein Weiher erwacht zu neuen Leben - erfolgreiche Weihersanierung in Böztal

Elfingen, eine Gemeinde im oberen Fricktal am Jurasüdfuss, bietet wertvolle Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Auf der Parzelle 4103 südwestlich von Elfingen befindet sich ein ehemaliger Weiher, der aufgrund einer defekten Abdichtung seit über zehn Jahren kein Wasser mehr führte. Im Rahmen eines Sanierungsprojekts wurde dieser wertvolle Lebensraum nun wiederhergestellt und ökologisch aufgewertet.

Ein trockengefallener Weiher mit ökologischem Potenzial

Die Parzelle wird von den naturverbundenen Eigentümern als Christbaumkultur nach Biosuisse Richtlinien bewirtschaftet. Auf dem Grundstück befindet sich ein rund 420 m² grosser Weiher. Aufgrund der defekten Abdichtung konnte das Wasser jedoch nicht mehr gehalten werden. Bei starken Niederschlägen fliesst das Hangwasser aus dem oberhalb gelegenen Geländes in den Weiher und wird über einen Überlauf in Richtung Elfingerbach abgeleitet.

Mit der Zeit verlandete und verbuschte die ehemals offene Wasserfläche zunehmend immer mehr. Zahlreiche Pappeln, Weiden und weitere Gehölze säumen den Weiher. 

Anfang Februar 2024 wandte sich Herr Brogle mit der Idee einer Sanierung an Pro Natura Aargau. Ziel war es, den ehemaligen Weiher wieder zu einem wertvollen Lebensraum für Amphibien zu entwickeln.

Blick in den Weiher Jamyra Gehler, creaNatira
Blick in den Weiher vor der Sanierung.

Zwei Weiher für unterschiedliche Bedürfnisse

Im Rahmen der Sanierung wurde aus dem bisherigen grossen Weiher nicht wieder ein einzelnes Gewässer, sondern zwei kleinere, unmittelbar nebeneinanderliegende Weiher geschaffen. Dabei blieb ein Grossteil der Wasserfläche, rund 400m2, erhalten.

Die beiden Weiher wurden unterschiedlich tief gestaltet. Der westliche Teil erreicht eine Tiefe von bis zu 1,5 Metern, während der östliche Teil mit rund 70 Zentimetern deutlich flacher bleibt. Diese unterschiedliche Gestaltung bietet verschiedene Lebensbedingungen: Die flacheren Bereiche können sich im Frühling rasch erwärmen und schaffen damit günstige Bedingungen für die Entwicklung von Amphibienlarven. Die tieferen Bereiche bieten hingegen auch bei längeren Trockenperioden mehr Wasser und können für später schlüpfende Amphibien von Bedeutung sein.

Sanierung eines Weihers Jamyra Gehler, creaNatira
Während der Sanierung.

Beide Weiher sind zudem mit einem Ablauf ausgestattet. Dadurch können die Gewässer bei Bedarf einfacher unterhalten und unabhängig voneinander entleert werden

Weiher nach der Sanierung Jamyra Gehler, creaNatira
Der grössere der beiden Weiher nach der Sanierung. Aufgrund des geringen Wasserstandes steht das Betonrohr des Ablaufes deutlich hervor.

Ein wichtiger Lebensraum für die Geburtshelferkröte

Von der Sanierung profitieren insbesondere Amphibien. Die Geburtshelferkröte wurde bereits 2020 und 2022 in Elfingen nachgewiesen. Die Lebensweise der Geburtshelferkröte ist einzigartig unter den einheimischen Amphibien. Die Paarung findet nicht wie bei anderen Froschlurchen im Wasser, sondern an Land statt. Die Geburtshelferkröten sind mit etwa zwei bis drei Jahren geschlechtsreif und wandern nur über kurze Distanzen von bis 1.5 km. Aus diesem Grund ist das Vorhandensein eines dichten Netzes von Laichgewässern und Landlebensräumen essenziell für den Fortbestand der Art.

 Der neu geschaffene Lebensraum soll dazu beitragen, die bestehenden Vorkommen ökologisch miteinander zu vernetzen. Zusätzlich wurde ein grosser Steinhaufen und aus anfallendem Material der Auslichtung Asthaufen aufgeschichtet. Dadurch konnten weitere wertvolle Landlebensräume geschaffen und die Strukturvielfalt auf der Parzelle erhöht werden.

Geburtshelferkröter Christoph Flory
Das Männchen der Geburtshelferkröte mit den um die Hinterbeine gewickelten Laichschnüren.

Mit der Sanierung konnte ein seit vielen Jahren trockengefallener Weiher wieder als wertvoller Lebensraum für Amphibien gestaltet werden. Die Kombination aus unterschiedlich tiefen Wasserflächen, Ast- und Steinhaufen und Heckenschafft gute Voraussetzungen für eine vielfältige und langfristig wertvolle Landschaft im Raum Böztal. Vielleicht kann in wenigen Jahren an lauen Sommerabenden der Ruf der Geburtshelferkröte wieder vernommen werden.

 

Autorin: Jamyra Gehler | 12.10.2026