Neue Lebensräume für Amphibien und Reptilien in Schinznach
Mit neuen Weihern, sanierten Trockenmauern und zahlreichen Kleinstrukturen wurde das Gebiet Bözenegg in Schinznach in den vergangenen Jahren gezielt ökologisch aufgewertet. Nach den erfreulichen Erfolgen der ersten Projektetappe konnten nun weitere Massnahmen umgesetzt werden. Sie verbessern die Vernetzung bestehender Lebensräume und schaffen langfristig ideale Bedingungen für bedrohte Amphibien- und Reptilienarten.
Erste Projektetappe zeigt rasch Wirkung
Zwischen 2019 und 2020 entstanden im westlichen Teil der Bözenegg 14 neue Laichgewässer. Gleichzeitig wurden die umliegenden Landlebensräume gezielt aufgewertet. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten: bereits kurz nach der Fertigstellung besiedelten Gelbbauchunken, Grasfrösche und Erdkröten die neuen Weiher. Auch die seltene Geburtshelferkröte konnte im Projektgebiet nachgewiesen werden.
Ergänzend wurden acht Steinlinsen sowie Hecken und weitere Kleinstrukturen angelegt. Sie bieten der Geburtshelferkröte und der Schlingnatter wertvolle Versteck- und Überwinterungsplätze. Parallel dazu wurden im östlichen Projektgebiet Trockenmauern saniert und alte Hochstammobstbäume gepflegt, wodurch zusätzliche Lebensräume erhalten und aufgewertet werden konnten.
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© CreaNatira, Jamyra Gehler
- Kleinstrukturen wie Steinhaufen bieten wertvolle Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten.
Zweite Etappe erweitert das Lebensraumnetz
Mit der zweiten Projektetappe wurden die Aufwertungsmassnahmen konsequent weitergeführt. Im Gebiet Beliberg erhielten bestehende Weiher eine ökologische Sanierung, zudem entstand ein neuer, grösserer Weiher. Die unmittelbare Nähe zu Waldrand, extensiv bewirtschafteten Wiesen und Hecken schafft einen vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Steinhaufen und Wurzelstöcke bieten zusätzliche Strukturen und erleichtern Amphibien den Ein- und Ausstieg aus den Gewässern. Mehrere unterschiedlich grosse Laichgewässer schaffen optimale Voraussetzungen für gefährdete Arten wie Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Geburtshelferkröte.
In der Bözenegg konnte zudem die Sanierung der Trockenmauern abgeschlossen werden. Dank eines Pächterwechsels wurden auch bisher nicht zugängliche Mauerabschnitte aufgewertet. Davon profitieren insbesondere Reptilien wie die Schlingnatter, die auf strukturreiche Lebensräume angewiesen ist.
Auch im Gebiet Tübehüsli entstanden am südwestlichen Rand einer Waldlichtung mehrere neue Tümpel unterschiedlicher Grösse. Sie bieten verschiedenen Amphibienarten geeignete Laich- und Lebensräume. Das bei den Pflegearbeiten anfallende Holz wurde zu Asthaufen aufgeschichtet, welche Reptilien, Insekten und Kleinsäugern wertvolle Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten bieten.
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© CreaNatira, Jamyra Gehler
- In der Bözenegg wurden mehrere Trockenmauern saniert.
Vernetzte Lebensräume sichern die Zukunft bedrohter Arten
Die neu geschaffenen Lebensräume ergänzen bestehende Naturschutzflächen und stärken die ökologische Vernetzung in der Region. Nur rund einen Kilometer südwestlich der Projektflächen liegt das Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung «Eriwis». Gemeinsam mit den bestehenden und neu angelegten Weihern entsteht ein zusammenhängendes Netz von Laichgewässern. Da sich die neuen Standorte innerhalb der natürlichen Wanderdistanz vieler Amphibien befinden, stehen die Chancen gut, dass sie in den kommenden Jahren von weiteren gefährdeten Arten besiedelt werden.
Die Aufwertungen leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der regionalen Biodiversität und schaffen langfristig wertvolle Lebensräume für Amphibien, Reptilien und zahlreiche weitere Tierarten.
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© CreaNatira, Jamyra Gehler
- Im Beliberg wurden bestehende Weiher saniert und ein neuer Weiher angelegt.
Autorin: Jamyra Gehler | 01.09.2026