Schulkinder retteten Amphibien über die Durststrecke

02.06.2020

Von Mitte März bis Ende April regnete es praktisch nie. Seit den Eisheiligen fiel erneut kaum noch Regen. Der früher meistens nasse Frühling ist 2020 trockener als 2018. Viele Amphibienlarven sind in ausgetrockneten Tümpeln längst verendet. Doch einige Kaulquappen, Molch- und Salamanderlarven im Badener Wald hatten Glück: Schulkinder, welche wegen der Corona Krise keinen analogen Unterricht hatten, brachten jeden Tag Wasser in einen Tümpel und machen in der Freizeit weiter bis alle Larven die Metamorp erreicht haben und nicht mehr auf das Gewässer angewiesen sind.

Während sich derzeit immer noch alles um Corona dreht, steuern wir schon wieder einer Dürre entgegen. Der Regen um die Eisheiligen herum brachte etwas Entspannung, doch wer im Garten ein paar Zentimeter gräbt, stösst bald auf trockene Erde. Die Biese trocknet Feld und Wald weiter aus. Hoffentlich kommt in den nächsten Tagen der grosse Regen, den Förster, Landwirte und Amphibien so dringend herbeisehnen.

Nur weil die Medien kaum darüber berichten ist, der Klimawandel leider nicht im Lockdown. Viele vom Sommer 2018 geschwächte Bäume könnten absterben, wenn nicht bald ein langes Regenwetter kommt. Viele Amphibienlarven sind in den austrocknenden Tümpeln bereits verendet. Nicht so jene in zwei kleine Gewässer im Badener Wald. Seit Wochen radeln Kinder mit dem Einrad zur Herzoghütte, füllen Giesskannen am Brunnen und stellen sie in den Velo Anhänger des Vaters, der sie zu den Amphibiengewässern fährt.

Den Kindern macht der tägliche Ausflug sichtlich Spass und bringt ihnen Einblicke in die spannende Welt der Amphibien und ihrer Metamorphose. Doch dahinter steckt mehr als Tierliebe und Abwechslung. Die Kinder mussten in der Krise solidarisch sein mit ihren Eltern und Grosseltern und ihnen zuliebe Einschränkungen in Kauf nehmen. «Von diesem “Virus“ sollten wir uns alle anstecken lassen – vom Eifer dieser Kinder mit dem sie bedrohten Lebewesen helfen und Verantwortung für ihre Mitlebewesen übernehmen» sagt Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau «Seien wir solidarisch mit unseren Kindern, arbeiten wir täglich mit dieser Begeisterung an der Erhaltung der Natur, welche wir diesen Kindern hinterlassen. Stellen wir uns mit derselben Zuversicht dem Klimawandel. Wir haben mehr Mittel in der Hand als Giesskannen und Fahrräder!»

Für Fragen stehen gerne zur Verfügung:

  • Matthias Betsche, Präsident Pro Natura Aargau, 078 402 99 62 / @email
  • Johannes Jenny, Geschäftsführer Pro Natura Aargau, 079 237 03 75 / @email

Medienmitteilung von Pro Natura Aargau


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