Waldweide in der Erzenbergrütene
Waldweiden bieten als Übergangslebensräume zwischen Wald und Offenland besonders viele Nischen für verschiedenste Arten. Zwischen dichteren Baumbeständen, Einzelbäumen, Gebüschen und Kleinstrukturen fühlen sich hier viele Tier- und Pflanzenarten zu Hause. Auf der Erzenbergrütene entspringt zudem eine kleine Quelle, welche das Gebiet zusätzlich bereichert.
Trotz ihrem grossen Beitrag zur Artenvielfalt sind Waldweiden in den meisten Kantonen als «nachteilige Nutzung» des Waldes verboten und daher bewilligungspflichtig. Heute wissen wir, dass es sehr sinnvoll sein kann, diese Bewirtschaftungsform kontrolliert einzusetzen, um Lebensräume zu erhalten.
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© Sara Bangerter
- Der Gefranste Enzian (Gentiana ciliata) bietet Insekten im Spätsommer ein wichtiges Nektarangebot.
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© Sara Bangerter
- Die Rinder schätzen den Schatten der Bäume. Sie sorgen dafür, dass junge Eschen und Buchen nicht Überhand nehmen.
In der Erzenbergrütene wurde die Fläche 2025 zuerst stark ausgeholzt. Das dabei entstandene Schlagholz wurde von unseren Zivildienstleistenden zu Haufen geschichtet, sodass sich in der neu entstandenen offenen Fläche eine Gras- und Krautschicht entwickeln konnte.
Wo vorher dichter Wald stand, finden wir heute zahlreiche Pflanzenarten mit einem reichen Blütenangebot für Insekten, Altholzstrukturen und Inseln mit dichter Vegetation rund um dornige Sträucher als Versteck für Amphibien und Kleinsäuger.
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© Sara Bangerter
- Nach der Auslichtung hat sich rasch eine Gras- und Krautschicht entwickelt – beste Bedingungen für die Rinder, die hier von Mai bis Oktober weiden.
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© Sara Bangerter
- So sah die Erzenbergrütene nach dem Einsatz 2025 aus. Das Schlagholz wurde von Zivis zusammengeschichtet.
Im Hinblick auf den Klimawandel erhalten nordexponierte Standorte wie die Erzenbergrütene immer mehr Bedeutung. Wenn es rundum heiss und trocken ist, finden hier viele Arten Zuflucht vor den Extrembedingungen. Die Waldweide in der Erzenbergrütene ist daher ein Pionierprojekt in der Schaffung von zukunftsfähigen Übergangslebensräumen zwischen Wald und Offenland.