Quellaustritt cr Oscar Voser

Erfassung natürlicher Quellen im Aargau

Viele Quellen sind gefasst, andere beeinträchtigt. Natürliche, ungestörte Quell-Lebensräume sind sehr selten geworden. Standort und Zustand der letzten natürlichen Quellen sind aber oftmals unbekannt. Mit der Unterstützung von Freiwilligen möchte dies Pro Natura Aargau im Rahmen der «Aktion Biber & Co.» ändern.

Schweizweit kommen rund 100 Tierarten in Quellen vor. Diese Arten – wie etwa die Quelljungfer oder bestimmte Köcher- und Steinfliegen – sind hochspezialisiert und genau an diesen Lebensraum angepasst. Doch zahlreiche Quellen werden in Drainage-Röhren abgeleitet oder für die Trinkwassernutzung gefasst. Deshalb sind sehr viele Quell-Lebensräume verschwunden oder beeinträchtigt. Heute weiss man im Kanton Aargau nicht, wo die letzten natürlichen Quellen noch sprudeln und welche besonders wertvoll sind.
Mit einer Kartierung setzt sich Pro Natura Aargau in Zusammenarbeit mit den Kanton Aargau dafür ein, dass die Quell-Lebensräume und somit diese seltenen Arten besser bekannt und geschützt werden.

Marianne Rutishauser
@email
062 823 00 20


Freiwillige engagieren sich für die Quell-Kartierung

Freiwilligenteam Quellen cr PNA

Zahlreiche freiwillige Kartierer und Kartiererinnen suchten und erfassten 2019-2020 im Pilotprojekt im unteren Reusstal und in der ersten Jurakette die letzten natürlichen Quelllebensräume. Nach einem Einführungskurs in die Kartiermethode, zum Lebensraum Quelle und seinen Bewohnern, suchten sie in einem vorgegebenen Gebiet mögliche Quellenstandorte auf und beurteilten diese mittels eines kurzen Kartierbogens und erfassten diese fotografisch. Die gesammelten Daten flossen anschliessend in eine Datenbank.

In enger Zusammenarbeit mit dem Jurapark Aargau planen ab 2021 weitere Gebiete des Kantons zu kartieren. Interessierte können sich gerne voranmelden und werden bei Projektstart kontaktiert.

Partner: Bundesamt für Umwelt (BAFU), Swisslos Kanton Aargau, Jurapark Aargau, Gewässerschutzlabor Kanton Bern und Pro Natura Bern

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse dienen als Grundlage für den Schutz und die Förderung der Quelllebensräume, für die Beurteilung von Bauprojekten und für Bildung und Forschung.

Tipps für den Quellenschutz

  • Den direkten Quellbereich freihalten von Störungen (z.B. Abfall, Nährstoffen, Viehtritt, Besucher, Entfernen von Nadelbäumen)
  • Mitmachen bei der Erfassung der Quelllebensräume
  • Den Wasserverbrauch reduzieren
  • Aufgegebene Quellfassungen melden und zur Aufwertung zur Verfügung stellen. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

Eindrücke

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